Raus aus dem 9-5 Job – ein Jahr danach

Raus aus dem 9-5 Job - 1 Jahr danach

Vor einem Jahr hätte ich nicht gedacht, dass ich nochmal so ausgelassen sein kann wie auf dem Titelbild.

Ein ständiges Gefühl des ausgelaugt sein und permanente Anspannung standen ebenso auf meinem täglichen Stundenplan wie regelmäßig Abende an denen ich um 19 Uhr einfach ins Bett gegangen bin. Immer wenn ich an diese Zeit zurück denke kommt sofort wieder die Erinnerung an das Gefühl des Versagens in mir hoch. Ich hatte das was im Allgemeinen als „guter, sicherer Job“ bezeichnet wird. Und doch war ich unglücklich. Oft wurde ich als erfolgreich bezeichnet. Mir wurde ständig gesagt wie gut ich meine Arbeit mache. Doch in meinen Augen hatte ich einfach nur versagt. Meinen eigenen Ansprüchen wurde ich weder bei der Arbeit noch in anderen Bereichen meines Lebens gerecht. Habe das alles einfach nicht auf die Reihe bekommen. Zumindest nicht so wie ich es mir vorstellte.

Was bisher geschah

Vor einem Jahr war ich endlich an dem Punkt angekommen an dem ich wusste: Solange ich diese Anstellung in diesem konventionellen 9-5 Job habe wird sich mein Zustand nicht bessern. Und eine ähnliche Anstellung in einem ähnlichen Unternehmen wird auch nicht helfen. Also habe mich getraut und die Kündigung auf den Tisch gelegt. Als ich dann im Oktober richtig aus dem Job raus war, war ich erstmal sehr erleichtert. Ich habe angefangen meine Zeit noch viel mehr mit Dingen zu füllen, die mir gut tun. Und außerdem bin ich ja auch auf einer großen und transformierenden Reise gewesen.

Und jetzt?

Ja, was mache ich jetzt eigentlich? Das weiß ich oft auch nicht so genau wenn ich mal ganz ehrlich bin. Natürlich hat meine Reise etwas in mir verändert. Aber egal wie lange ich noch weg geblieben wäre, es hätte die Frage nach meinem perfekten zukünftigen Lebensmodell nicht beantworten können.
Und allein die Tatsache, dass ich hier nicht sehr viel über das was unterwegs mit mir passiert ist geschrieben habe zeigt mir auf, dass ich das auch selbst noch nicht verarbeitet habe.

Wie aber das Leben spielt und sich einfach alles fügt wenn man nur loslässt hat sich gezeigt als ich kurz nach meiner Rückkehr einen Job angeboten bekommen habe. So arbeite ich momentan 3 Tage die Woche auf freiberuflicher Basis in meinem eigentlichen Beruf und bin momentan sehr glücklich damit. Obwohl ich das selbe tue wie früher sind die Umstände ganz anders, seit ich Freiberuflerin bin. Ich stehe nicht unter dem selben politischen Druck wie in einer Festanstellung und genieße viel mehr Freiheit. Ich freue mich über jeden Auftrag der auf 3 Monate oder kürzer angelegt ist. Ich brauche eine langfristige Sicherheit gerade nicht und möchte mir die Freiheit gerne behalten nach 3 Monaten einfach wieder komplett neu zu entscheiden was ich gerade tun möchte.

Nebenher unterrichte ich leidenschaftlich gerne Yoga. Weil ich daran glaube, weil es mir sehr viel bedeutet und weil ich gerne andere Menschen auf ihrem Weg begleite.
Außerdem habe ich viel Freiraum für andere Projekte, wie bloggen, Ukulele spielen lernen und ganz neue Ideen.

Und manchmal, ja manchmal träume ich immer noch davon all mein Zeug loszuwerden, mich von allem unabhängig zu machen und einfach abzuhauen. Wo auch immer mich mein Weg dann hinführen mag. Die ultimative Freiheit. Denn irgendwann ist die Zeit reif dafür. Da bin ich mir sicher. Aber dazu wird es einen gesonderten Beitrag geben 😉 .

Viele Grüße an alle, die mich kennen!

Auch wenn ich inzwischen weiß, dass viele ehemalige und aktuelle Arbeitskollegen, sowie Kunden meinen Blog lesen kann ich das hier erzählen. Denn ich weiß nun auch, dass es mich nicht zu einem schlechteren Menschen, nicht zu einem schlechteren Kollegen oder gar unfähig in meinem Beruf macht. Ich habe nicht versagt. Ich habe nur die Fesseln gebrochen und bin dabei mir einen Lebensstil zu entwickeln, welcher zu mir und meinen Vorstellungen passt. Mittlerweile weiß ich auch, dass es vielen Menschen sehr ähnlich mit ihrem Leben geht wie mir vor einem Jahr noch. Und dass ich auch ab und an beneidet werde.
Und eins kann ich euch sagen: Auch auf dieser Seite ist nicht alles Gold was glänzt, aber zumindest gibt es ein Glänzen. Und allein für dieses verloren geglaubte Glänzen hat es sich verdammt nochmal sowas von gelohnt!

Bleib gesund!
Judith

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